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Februar 15, 2017

Beschluss des Studierendenparlaments: Universität Kassel soll schmutzige Geldanlagen abstoßen

 

Mittwoch Abend hat das Kasseler Studierendenparlament die Universitätsleitung mit großer Mehrheit aufgefordert, ihre finanziellen Rücklagen von gesellschaftlich schädlichen Anlagen zu säubern. Bisher werden bei Finanzgeschäften keinerlei ethische und Nachhaltigkeits-Kriterien berücksichtigt. Der Beschluss geht auf eine Initiative der Kampagne „Divest Uni Kassel“ zurück.

Dazu Kerstin Lopau, Sprecherin der Kampagne: „Bis zu 180 Millionen Euro an Rücklagen und Rückstellungen hält die Hochschule. Es kann nicht sein, dass sie die Verantwortung darüber, was mit dem Geld geschieht, einfach am Bankschalter abgibt.“ Als erster Schritt wurde von Seiten der Universität auf studentische Anregung hin angekündigt, ihr Geschäftsverhältnis mit der Commerzbank aufzulösen. Grund dafür sind die verwerflichen Geschäftspraktiken, mit denen die Investmentbank agiert. Insbesondere finanziert sie klima- und umweltschädliche Investitionen wie den Braunkohleabbau durch RWE sowie den Rüstungssektor. „Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen. Der Wechsel eines der vielen Uni-Konten reicht aber noch nicht aus“, so Lopau.

Divest Kassel beruft sich auf die internationale Kampagne Fossil Free, die sich für eine Abkehr von der Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen einsetzt. „Unser Motto ist: Wer Klimawandel und Bürgerkriege als Katastrophen benennt, darf nicht selbst von der fossilen und der Rüstungsindustrie profitieren. Die Universität mit ihrem Nachhaltigkeitsprofil könnte hier voran gehen und nach Städten wie Münster, Stuttgart und Berlin eine der ersten Universitäten Deutschlands werden, die auch ihre Finanzanlagen nachhaltig gestaltet,“ sagt Arvid Jasper, ein weiteres Mitglied von Divest Uni Kassel.

Für das Sommersemester ab April ist ein Projektseminar geplant, dass die Möglichkeiten, Risiken und Chancen des Divestments an der Universität untersucht. Bis dahin wird es weitere Gespräche mit der Hochschulleitung geben.

Doch gleichzeitig zeigt sich der Kanzler der Universität sehr zögerlich – die Finanzabteilung habe schon so viel zu tun.