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  • Tine Langkamp, 350.org Koordinatorin Fossil Free Deutschland, tine@350.org, +4915170169509
  • Melanie Mattauch, 350.org Europe Communications Coordinator, melanie@350.org, +49151 5812 0184

Latest Press Release

Mai 15, 2017

Globale Mobilisierung verbreitet Divestment weltweit

 

Rasant wachsende Divestment-Bewegung erhöht Druck finanzielle Verknüpfungen zu Kohle,- Öl- und Gaskonzernen als Hauptverursacher des Klimawandels zu brechen

WELTWEIT — Während der Globalen Divestment Mobilisierung vom 5. bis 13. Mai beteiligten sich Tausende Menschen an über 260 Veranstaltungen in 45 Ländern, um öffentliche Einrichtungen dazu zu bewegen, Investitionen in Kohle-, Öl- und Gaskonzerne zu stoppen. Die Divestment-Bewegung, die ihren Anfang in Nordamerika, Australien und Europa nahm, verbreitet sich nun auch in Asien, Lateinamerika und Afrika.

Tine Langkamp, Divestment Kampaignerin für 350.org in Deutschland sagte:

„Die neuesten Divestment-Beschlüsse von Göttingen, Bremen und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg zeigen eindrücklich, wie stark die Bürgerbewegung hierzulande geworden ist. Sie weist der Politik den Weg zu einem schnellen Ausstieg aus fossilen Energien. Divestment-Kampagnen weltweit entziehen den Konzernen, die hauptverantwortlich für den Klimawandel sind, den öffentlichen Rückhalt und werden zunehmend zu einer Bedrohung für die Kohle-, Öl- und Gasindustrie.”

Während der Globalen Divestment Mobilisierung forderten Veranstaltungen auf sechs Kontinenten Kommunen, Kirchen, kulturelle Einrichtungen, Universitäten, Pensionsfonds und Banken auf, ihre Geldanlagen aus fossilen Brennstoffen zu holen.

  • Die Verbindungen zwischen Kommunen und Unternehmen der Kohle-, Öl- und Gasindustrie wurden in Europa und weltweit hinterfragt. In New York versammelten sich 150 Klimaschützende im Trump Tower und forderten die New Yorker Stadtverwaltung auf, ihre Verbindungen zu den Öl- und Gasunternehmen, die das Weiße Haus kontrollieren, zu beenden. Über 1.000 Menschen demonstrierten in München für Divestment und das Abschalten des lokalen Kohlekraftwerks. Göttingen und Bremen wurden als vierte und fünfte deutsche Stadt, die ihre Investitionen aus fossilen Brennstoffen zurückziehen, gefeiert. In Dänemark freuten sich Kampaigner über die zwölfte dänische Stadt, die deinvestiert. Demonstrationen in ganz Großbritannien, wie zum Beispiel Kundgebungen vor 14 Londoner Rathäusern, riefen zu Divestment auf.
  • In den Niederlanden konfrontierten Lehrer, Wissenschaftler und Beamte den staatlichen Pensionsfonds ABP, der ihre Altersvorsorge weiterhin im fossilen Sektor anlegt. Eine parteiübergreifende Gruppe von 50 Parlamentsabgeordneter unterstützte den Aufruf an den 612 Mio. Pfund schweren Pensionsfonds des britischen Parlaments, den „Klimawandel ernst zu nehmen“ und zu deinvestieren.
  • Künstlerische Auftritte in Kultureinrichtungen wie dem Louvre in Paris, dem Van Gogh Museum in Amsterdam sowie dem British Museum in London prangerten Beziehungen zu Sponsoren wie Total, Shell und BP an. In Stockholm inszenierten Kampaigner eine „Überschwemmung“ vor dem Nobelmuseum, um die Nobelstiftung dazu zu bewegen ihre Gelder nicht länger in Konzerne anzulegen, die den Klimawandel antreiben.
  • Studierende und Akademiker forderten Universitäten in Argentinien, Bolivien, den Niederlanden, Südafrika, Nigeria und Hong Kong auf, zu deinvestieren. Aktionen von Fossil Free Gruppen in Göttingen, Kassel und Freiburg forderten ihre Universitäten auf, gegen die fossile Industrie Stellung zu beziehen. Die Universität Freiburg erhielt den Award des größten  Klimafossils, da die Uni schon im vergangenen Jahr versprach, sich dem Thema Divestment zu widmen, bisher jedoch untätig geblieben ist. Französisch- und flämisch-sprachige Studierende an sechs belgischen Universitäten veröffentlichten einen gemeinsamen offenen Brief, in dem sie ihre Einrichtungen aufforderten Investitionen in fossile Energieträger zu stoppen.
  • Banken kamen ebenfalls unter Druck zu deinvestieren. In Deutschland erhöhte Fossil Free Stuttgart den Druck auf die Landesbank Baden-Württemberg, eine klimagerechte Finanzstrategie zu entwickeln und die Finanzierung der fossilen Industrie zurückzufahren. Fossil Free Berlin verlieh der Deutschen Bank einen negativen “Dagobert-Award”. Die Deutsche Bank verkündete Anfang des Jahres, aufgrund des Pariser Klimaabkommens aus der Projektfinanzierung von Kohle aussteigen. Fossil Free Berlin kritisierte, dass dies sei bei der massiven Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen durch die Deutsche Bank jedoch lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.  In Großbritannien nahmen Aktivisten die Barclays-Bank und ihre Investitionen in Fracking ins Visier. In Japan thematisierte eine Veranstaltung die Investitionen japanischer Banken in Kohlekraftwerke in Indonesien und Öl-Pipelines in den USA. Klimaschützer in Neuseeland und Australien hatten es auf den australischen Kohleriesen Adani abgesehen. Sie forderten Banken wie die CommBank auf, Investitionen in das Unternehmen zu stoppen.

Über 700 Institutionen in 76 Ländern mit Vermögen in Höhe von mehr als 5,5 Billionen US-Dollar haben sich bereits verpflichtet, ihre Investitionen aus Kohle, Öl und Gas zurückzuziehen. Divestment zielt darauf ab, die Macht der Kohle-, Öl- und Gasindustrie zu untergraben, die sie die Hauptverantwortung für die Klimakrise trägt.

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ZITATESAMMLUNG: Eine Reihe von Zitaten von Divestment-Aktivisten und führenden Stimmen der Klimabewegung finden sie hier.

 

KONTAKT: Tine Langkamp, Koordinatorin Fossil Free Deutschland, tine@350.org, 0151 7016 9509

 

FOTO- UND VIDEOMATERIAL: Eine Auswahl der Redaktion an Fotos aus der ganzen Welt ist hier verfügbar. Für weitere Fotos hier klicken.

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ANMERKUNGEN FÜR REDAKTIONEN: Weitere Informationen sowie Antworten auf häufige Fragen und Ansprechpartner für die einzelnen Aktionen finden Sie im GDM-Medienpaket (englisch).

Einen Überblick aller bisherigen Divestment-Verpflichtungen finden sie hier.

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