Raus aus RWE

Kein Geld mehr für Kohle, Öl und Gas durch Städte, Kommunen und Banken

Fossil Free Deutschland

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Dies ist eine gemeinsame Kampagne von

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„Wenn es falsch ist das Klima zu zerstören, ist es falsch von dieser Zerstörung zu profitieren.“ Aus diesem Grund fordert Fossil Free öffentliche Institutionen wie Landkreise, Städte, Banken, Kirchen und Universitäten dazu auf, ihre Geldanlagen aus der fossilen Brennstoffindustrie abzuziehen und stattdessen in ökologisch und ethisch unbedenkliche Anlagen zu investieren.

Dass die Verbrennung fossiler Rohstoffe nicht nur in ein ökologisches, sondern auch in ein finanzielles Desaster führt, zeigt der Energiekonzern RWE. RWE schreibt seit Längerem rote Zahlen, Tendenz steigend, denn der Konzern hat den Einstieg in den Markt der erneuerbaren Energien verschlafen.

Städte, Kommunen, Landkreise und Sparkassen, überwiegend in NRW, sind mit insgesamt 25 % der größte Anteilseigner an RWE und sie leiden unter den fallenden Kursen der RWE-Aktien. Und das bei der sowieso schon schlechten Haushaltslage der meisten Städte. Um in Zukunft nicht noch mehr Verluste zu machen, sollten sich lokale Regierungen aber auch Banken schnellstmöglich von diesen Aktien trennen und auch in kein anderes klimazerstörende Unternehmen mehr investieren!

 

 

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Der aktuelle Stand

 RWE meldete für 2013 das schlechteste Ergebnis seit der Nachkriegszeit mit einem Nettoverlust von 2,8 Mrd. Euro. Die Dividende musste auf einen Euro halbiert werden. Zusätzlich steht RWE auf einem Schuldenberg von 31 Milliarden Euro.

Gründe für die schlechte Performance von RWE sind v.a. die Kohle- und Gaskraftwerke des Konzerns, die wegen des Erfolgs der erneuerbaren Energien immer seltener am Netz sind. RWE hat massive Abschreibungen beim Kraftwerkspark vornehmen müssen. Zugleich werden erneuerbare Energien immer günstiger. Es gibt schon heute ein Überangebot auf dem Strommarkt. Die Preise für Strom sinken, die Produktionskosten von Kohle und Gas bleiben und so werden die Kraftwerke immer weniger wirtschaftlich.

RWE produziert nach wie vor den meisten Strom mit Hilfe von Braun- und Steinkohle, nämlich 51 Prozent. In Gaskraftwerken erzeugt RWE 17 Prozent des Stroms, in Atomkraftwerken 14 Prozent. Nur sechs Prozent kamen 2013 aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne oder Wind. Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender von RWE Generation und RWE Power sagte im Dezember 2014, dass RWE  auch über 2030 hinaus Strom aus Braunkohle gewinnen will. Selbst Konzernchef Peter Terium räumt ein: „Unsere Kraftwerke werden in den kommenden Jahren noch weniger verdienen, als wir befürchtet hatten.”

Im Dezember 2014 hatte RWE die Änderung seiner Dividendenpolitik angekündigt. Statt wie bisher 40 bis 50 Prozent seiner bereinigten Nettogewinne auszuschütten, will sich RWE ab 2015 beim Dividendenvorschlag auch an der Verschuldungssituation und der Ertragslage orientieren. Sven Diermeier, Analyst bei Independent Research sagt dazu: „Die neue Dividendenpolitik führt zu einer höheren Unsicherheit hinsichtlich der Ausschüttungshöhe.”

Ebenfalls im Dezember 2014 hat E.On angekündigt sein Kohle-, Öl- und Atomgeschäft in eine neue Gesellschaft auszulagern. Dies zeigt auf anschauliche Weise: Auch E.On weiß um das finanzielle Risiko des fossilen und nuklearen Sektors.

Am 17.02.2016 hat RWE angekündigt an die Stammaktionäre keine Dividende für 2015 auszuschütten. Politiker_innen von RWE-Aktien-haltende Kommunen wie z.B. Essen und Dortmund sind entsetzt, weil sie die Dividende fest in ihren städtischen Haushalt eingeplant haben. Außerdem brach der RWE-Aktienkurs daraufhin noch einmal um ca. 16% ein.

 

 

Das Klima

Gleichzeitig gerät die Bundesregierung immer mehr unter Druck ihre Klimaziele einzuhalten. Wirschaftsminister Sigmar Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks stellten Ende 2014 ihren Plan vor, wie Deutschland bis zum Jahr 2020 seinen CO2-Austoß gegenüber 1990 um 40 Prozent verringern wird. So sind unter anderem Einsparungen von 22 Millionen Tonnen CO2 bei fossilen Kraftwerken geplant. Für die klimaschädlichen Energieträger wird die Luft immer dünner. Dabei gehört RWE nicht nur zu den 90 Firmen, die den Klimawandel durch historische CO2-Emissionen erst verursacht haben – RWE ist neben E.On auch der größte CO2-Emmittent Europas.

Die Kohlenstoffblase

Klimawissenschaftler*innen sind sich einig, dass der Weltgemeinschaft nur noch ein geringes Kohlenstoffbudget bleibt, um die Erdatmosphäre nicht weiter als um 2°C zu erwärmen. Insgesamt dürfen daher 80% der bekannten Kohle-, Öl- und Gasreserven nicht gefördert und verbrannt werden. Das bedeutet, dass der Wert der fossilen Industrien massiv überschätzt ist. Wirtschaftliche Faktoren, wie der fallende Preis von Erneuerbaren Energien und politische, regulative Mechanismen wie das Erneuerbare Energien Gesetz oder eine CO2-Steuer können dazu führen, dass CO2-intensive Geschäfte nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Finanzexpert*innen bei Bloomberg, HSBC oder der London School of Economics sprechen inzwischen von einer Finanzblase, die droht zu platzen: die Kohlenstoffblase oder auch Carbon Bubble. Sie bewerten die Wertverluste von fossilen Investitionen mit 40-60% und sprechen dabei von sogenannten Stranded Assets (verlorene Vermögenswerte).

Bei RWE kann man bereits jetzt von „Stranded Assets in Action” sprechen. Die Prognose für die kommenden Jahre sieht schlecht aus. Der Spiegel schreibt in einem Artikel im März 2014 über RWEs Geschäftsentwicklung:

“Der Ausblick für 2014 ist schlecht. Da Strom bis zu drei Jahre im Voraus verkauft wird, schlagen die Preiseinbrüche erst nach und nach durch. Im kommenden Jahr dürften die Erlöse pro Megawattstunde um gut zehn Euro sinken, hieß es schon im Halbjahresbericht des Konzerns. RWE geht daher auch in diesem Jahr von einem deutlichen Ergebnisrückgang aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde wohl auf 7,6 bis 8,1 Milliarden fallen, das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro sinken. 2015 könnte das Minus sogar noch größer ausfallen.”

Die Probleme von RWE dürften sich in den kommenden Jahren verschärfen. Bisher verkauft der Konzern dank der üblichen langen Vorlaufzeiten im Handel seinen Strom noch zu einigermaßen auskömmlichen Preisen. 2015 und 2016 wird der Absturz der Börsenpreise voll auf das Betriebsergebnis durchschlagen. Alleine 2014 hat RWE 3.600 Vollzeitstellen abgebaut. Der Abwertstrend scheint nicht mehr aufzuhalten.

Die Menschen, die mit Kohle leben

Im Rheinland und in anderen Regionen der Welt leben Menschen jeden Tag mit der Angst vor Vertreibung durch Abbagern ganzer Dörfer. Sie leben mit den Gesundheitsschäden der Kohleverbrennung und sie leben in ständiger Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. In den USA lässt RWE ganze Bergspitzen wegsprengen, um an den dreckigen Energieträger Kohle zu gelangen. Das sogenannte Mountain Top Removal zerstört dabei unwiederbringlich ganze Landschaften. Wir unterstützen daher die Unterschriften-Kampagne von urgewald.

Gleichzeitig erleben immer mehr Menschen die verheerenden Folgen des Klimawandels. Es ist kein fernes Phänomen mehr – auch in Deutschland nehmen Hitzewellen, Starkregen und Überflutungen zu. Auf den Philippinen und den pazifischen Inseln kämpft die Bevölkerung gegen den steigenden Meeresspiegel und das Verschwinden ganzer Inseln. In weiten Teilen Afrikas und Asiens nimmt Desertifikation und extremer Wassermangel erschreckende Ausmaße an.

Die Kommunen

Insbesondere die kommunalen Anteilseigner, darunter viele klamme Ruhrgebietsstädte wie Dortmund und Essen, sind auf stabile Dividenden angewiesen. Doch mit seiner neuen Dividendenpolitik schickt RWE seine Aktien auf Talfahrt. Viele Kommunen mussten schon Abschreibungen vornehmen. Essen etwa musste 680 Millionen Euro abschreiben, in Mülheim und Bochum waren es immerhin 480 und 180 Millionen Euro. Manche Kommunen, Landkreise oder Landschaftsverbände müssen diese Wertberichtigungen noch vornehmen. Denn schon lange hat die RWE Aktie ihren einstigen Wert von 100 Euro verloren. Derzeit liegt er bei 10,25 Euro. Es drohen weitere Milliardenverluste.

Die Lösung

RWE ist zu einem Risikogeschäft geworden. Insbesondere Kommunen leiden unter dem andauernden Wertverlust. Dies birgt eine Chance. Es ist an der Zeit kommunale Investitionen umzuleiten, RWE Anteile und fossiles Vermögen in lokale, erneuerbare Energien und Infrastruktur zu investieren, die Arbeitsplätze in einem Sektor mit Zukunft generieren und der Region auf lange Sicht nutzen. Trier und Düsseldorf haben sich beispielsweise schon von den RWE-Aktien getrennt. Sie stehen heute finanziell und ökologisch besser dar.

 

https://campaigns.gofossilfree.org/efforts/divestment-aus-rwe
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