Januar: Der Kälte trotzen und gegen LNG kämpfen

Früh im Jahr versammeln sich Menschen vor Landesvertretung Schleswig-Holstein und fordern lautstark „Kein Import vom gefrackten Gas“ & „Keine Steuergelder für Klimakiller Gas“.

Der Protest wendet sich gegen den geplannten Bau von Flüssiggasterminals (LNG)-Terminals in an der Nordseeküste, mit denen verflüssigtes Gas mit Schiffen hergebracht werden kann. Aus diesem Grund übergeben sie im Januar eine Petition mit über 67.000 Unterschriften an den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein.

 

Mai: Eine Pipeline wird besetzt

Im Frühjahr halten Aktivist*innen in Mecklenburg-Vorpommern die Bauarbeiten der EUGAL-Pipeline aufgehalten und besetzen die Rohre. Mit Skateboards widmen sie die Pipeline kurzerhand zur Halfpipe um.

Die EUGAL-Pipeline ist die Verlängerung der Nord Stream 2 und soll von der Ostsee bis nach Tschechien führen. Die Besetzer*innen wollen die Debatte anregen und die Klimaauswirkungen des Projekts sichtbar machen.

Inmitten der mutigen Aktion gibt es auch Momente der Ruhe. Mit einem Banner mit der Aufschrift “Rest in Power”, das die Besetzer*innen in der Pipeline ausbreiten, setzen sie ein Zeichen für den indigenen Aktivisten Samir Flores. Dieser hatte sich in Mexiko gegen den Bau einer Pipeline eingesetzt und wurde für seinen Widerstand brutal ermordet.

Juni: Aktion gegen Fracking und LNG vor dem Bundesrat

Ein buntes Bündnis von Fridays for Future, Extinction Rebellion und der Deutschen Umwelthilfe findet sich im frühen Sommer vor dem Bundesrat in Berlin ein. Hier wird an diesem Tag die Entscheidung getroffen, dass der Anschluss von drei geplanten Flüssiggasterminals (LNG-Terminals) an das Gasnetz von den Gaskund*innen bezahlt werden soll.

Der Protest hält diesem Vorhaben ein klares “Nein” entgegen. Die Klimaschützer*innen wollen nicht, dass Fracking-Gas aus den USA oder Australien per Schiff über die LNG-Terminals nach Europa gebracht wird.

Auch 2020 wird der Widerstand weitergehen. Denn die Pläne und Bauarbeiten um LNGs in den Städten Brunsbüttel, Stade, Wilhelmshaven und Rostock schreiten voran. Wie wir das hoffentlich verhindern können, zeigen auch die folgenden zwei Proteste.

September: Blockade gegen industrielle Landwirtschaft

Am Ende des Sommers blockieren Menschen von “Free the Soil” die Fabrik des chemischen Düngemittelproduzenten Yara. Der Konzern ist der größte industrielle Abnehmer von Erdgas in Europa. Daher soll direkt neben der Fabrik in Brunsbüttel ein LNG-Terminal gebaut werden.

Auf den Blockaden von “Free the Soil” wehen daher Flaggen der Anti-Gasbewegung zusammen mit Bannern für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Bewegung zeigt wie eng unsere Kämpfe für eine klimagerechte Welt miteinander verbunden sind.

September: Massenaktion gegen LNG

Ähnlich spektakulär ging es ein paar Wochen später weiter: In Göteborg gipfelte jahrelanger Protest im September 2019 in einer Massenaktion gegen ein geplantes LNG-Terminal. Hunderte Menschen blockieren den Eingang der Baustelle und stehen gemeinsam für Klimagerechtigkeit. Mit großem Erfolg! Nur wenige Wochen nach der Blockade entscheidet sich die schwedische Regierung aus Klimagründen den Bau des Terminals abzusagen.

Oktober: Radeln gegen Gas

Kurz nach dem globalen Klimastreik organisieren die Gastivists Berlin eine Fahrradtour zur Baustelle der EUGAL Pipeline in Brandenburg. Sie sprechen mit Anwohner*innen, Landwirt*innen und machen klar: “Dieses Projekt macht das Klima weltweit, Flüsse und Böden lokal kaputt. Wir brauchen sie nicht!”

Foto: Sabrina Gröschke

November: Vor dem Finanzministerium wird eine Pipeline verlegt

Im Herbst steht eine große Entscheidung in der Europäischen Investitionsbank (EIB) an: Der größte öffentliche, multilaterale Kreditgeber der Welt will nicht mehr in Kohle, Öl und Gas investieren. Stattdessen stehen Erneuerbare und Energieeffizienz auf dem Plan für die Bank. Als eines der wenigen Länder blockiert die deutsche Repräsentation in der EIB diese zukunftsweisende Entscheidung, denn sie wollen weiterhin Erdgasinfrastruktur ausbauen. Die Menschen vor dem Finanzministerium singen: “Hoch mit dem Klimaschutz – runter mit dem Erdgas” und verlegen eine Pipeline quer vor dem Zaun. Auch hier wirkt der Protest: Trotz Schlupflöchern in der Richtlinie ist dies eine der weitreichendsten Verpflichtungen der Finanzbranche seit Jahren für Klimaschutz.

Foto: Melanie Mattauch

Der Protest dieses Jahr war vielfältig und erfolgreich: Lasst uns 2020 die Anti-Gasbewegung noch stärker machen! In Deutschland sollen viele Gasprojekte realisiert werden, die das Klima anheizen und das Leben von Menschen in den Fördergebieten unerträglich machen.

Das Werden wir nicht zulassen! Wir leisten Widerstand: “Keep it in the Ground, Keep it in the Ground!”


Mehr zu den Hintergründen der Anti-Gasbewegung und der Klimaschädlichkeit von Gas könnt hier lesen.

 

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