Die wachsende #FridaysforFuture-Bewegung ist nicht mehr zu übersehen und zu überhören. Seit rund drei Monaten werden freitags die Klassenzimmer ungewöhnlich ruhig und die Straßen der Städte von jungen Menschen belebt, die gemeinsam protestieren und singen.

Was mit dem Protest der schwedischen Teenagerin Greta Thunberg begann, hat eine große Eigendynamik entfaltet und viele Nachahmer*innen gefunden. Überall auf der Welt streiken inzwischen Kinder und Jugendliche für das Klima und für ihre Zukunft.

Am 15. März finden in 72 Ländern Schulstreiks statt. Weltweit sind bereits über 700 Veranstaltungen geplant. Damit wollen die Schüler*innen und Student*innen die folgende Botschaft an führende Politiker*innen senden: Wir brauchen JETZT mutige Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Für alle Erwachsenen, die die streikenden Schüler*innen als Elternteil, Großeltern, Lehrer*in oder einfach so unterstützen wollen, aber nicht wissen wie, haben wir hier fünf Vorschläge zusammengestellt:

1. Spread the word

Es ist so einfach wie es klingt: Informiere Menschen, die Du kennst – egal ob jung oder alt – über die Klimastreiks und erzähle ihnen, warum es wichtig ist für das Klima aufzustehen. Teile Gretas Botschaft für den Klimaschutz und zeig ihnen eine ihrer kraftvollen Reden. Verbreite diese Karte mit allen geplanten Streiks vom 15. März und lade Freund*innen und Bekannte ein an einer Veranstaltung in ihrer Nähe teilzunehmen oder diese zu unterstützen.

Erlaube Deinen eigenen Kindern an den Streiks teilzunehmen wenn sie möchten und erzähle Freund*innen, Kolleg*innen und Familienmitgliedern davon. Unterschätze nicht deine Fähigkeit, Menschen in deinem Umfeld zu begeistern und zu überzeugen.

Und denk daran: Deine Rolle besteht darin, zuzuhören und zu unterstützen, nicht darin die Kontrolle zu übernehmen. Hör Dir die Sorgen, Hoffnungen und Überzeugungen der Kinder und Jugendlichen in Deinem Umfeld an und nimm sie ernst. Sei ihr Verbündeter in Gesprächen, die sie mit anderen Erwachsenen führen: Sprich über Deine Unterstützung und hilf dabei, die Botschaft der streikenden Schüler*innen an Orte zu bringen, an denen sie selbst nicht anwesend sein können.

Dafür kannst Du zum Beispiel dieses Video auf Facebook und Twitter teilen, und so Bekannte und Deine Familie über den Klimastreik informieren.

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2. Mobilisiere Deine eigenen Netzwerke

Mobilisiere Deine eigenen Netzwerke (ja, Du hast welche!), die Schulstreiks zu unterstützen. Denk zum Beispiel an die Organisationen, Vereine oder Glaubensgemeinschaften, denen Du angehörst. Vielleicht bist Du in einer Elterngruppe oder einem Lesekreis? Sprich bei Deinem nächsten Treffen und in den sozialen Medien über die Schulstreiks! Und mobilisiere andere für Solidaritätsaktionen und -veranstaltungen!

Oder geh noch weiter: Vielleicht kennen Du oder Deine Freunde jemanden, der bei einem lokalen Radiosender oder einer Zeitung arbeitet? Dann fordere sie auf, von den Schulstreiks zu berichten! Vielleicht hast Du auch einen guten Draht zu einer lokalen Politikerin oder jemandem aus der Gemeinde? Dann nimm Kontakt auf und bitte sie, die Schulstreiks am 15. März zu unterstützen – und die Mobilisierungen nicht zu diskreditieren oder die streikenden Schüler*innen zu bestrafen!

Wenn Du Teil einer Klima- oder Umweltgruppe bist, überlegt gemeinsam wie ihr die Schulstreiks am 15. März und darüber hinaus unterstützen und den Schwung aufrechterhalten könnt. Ihr könnt zum Beispiel bei Euren eigenen Aktionen explizit Bezug auf den Schulstreik nehmen (“Wir tun dies, weil wir dem Appell der streikenden Schüler*innen folgen und selbst aktiv werden”).

Denk auch langfristig: Sprich mit Deinen Kindern oder anderen Erwachsenen darüber, was getan werden könnte, um die Dynamik nach dem 15. März aufrechtzuerhalten. Welche ganz praktischen Dinge werden benötigt? Startet eine WhatsApp-Gruppe, plant ein informelles Get-together oder einen Filmabend.

Wenn Du als Lehrer*in oder in einer anderen Funktion mit Jugendlichen arbeitest, solltest Du unbedingt mit ihnen über die Schulstreiks sprechen. Ermutige auch Deine Kolleg*innen mit ihren Klassen und Jugendgruppen darüber zu sprechen. Oder noch besser: Lade eine*n Vertreter*in der Fridays for Future Bewegung ein, mit jungen Menschen in Deiner Klasse oder Jugendgruppe zu sprechen. Mach dabei Deine Unterstützung deutlich und sprich mit den Jugendlichen darüber was sie bei einer Demonstration beachten sollten. Sprich mit deinen Kolleg*innen und der Schulverwaltung darüber, wie ihr gemeinsam den Schulprotest unterstützen könnt.

Für Lehrer*innen

Bist du Lehrer*in in Frankreich oder Deutschland? Dann unterzeichne die Solidaritätserklärungen von Lehrer*innen in diesen Ländern und verbreite sie weiter!
>> Ich bin Lehrer*in in Frankreich
>> Ich bin Lehrer*in in Deutschland

3. Hilf bei den praktischen Vorbereitungen

Kurz gesagt: Ermögliche Kindern und Jugendlichen eine möglichst einfache und sichere Teilnahme an den Streiks wenn sie das möchten. Logistische Unterstützung ist dabei oft genauso wichtig wie moralische. Kaufe Deinen Kindern oder Enkelkindern ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel, um zum nächsten Schulstreik zu gelangen. Unterstütze sie mit der Vorbereitung eines Lunch-Pakets oder spendiere Snacks für die Mitschüler*innen.

In vielen Ländern können Demonstrationen nur von Volljährigen angemeldet werden, Du kannst also die Schüler*innen fragen, ob sie dabei Unterstützung brauchen. An manchen Orten werden noch Erwachsene gesucht, die bei den Demonstrationen am 15. März als Ordnerin mithelfen oder jüngere Schüler*innen zu den Streiks begleiten.

Vielleicht kannst Du Schüler*innen in Deinem Umfeld auch unterstützen, indem Du ihnen Materialien für die Vorbereitung von Schildern und Transparenten für den 15. März zur Verfügung stellst. Such zuhause nach altem Karton oder Kunstbedarf, den sie wiederverwenden können, oder geh mit den Kindern in die Stadt, um Papier, Farbe und andere Dinge zu kaufen, die sie benötigen. Oder biete Deinem Kind an, Freund*innen zu einem Banner-Malabend einzuladen.

4. Schließe Dich den Streiks als Unterstützer*in an

Die meisten Aufrufe für die Streiks am 15. März fordern Erwachsene dazu auf, sich zu solidarisieren und sich an den Demonstrationen zu beteiligen.

Wenn Du willst, kannst Du Dich den Streiks anschließen, indem Du an einer Demonstration oder Kundgebung in Deiner Nähe teilnimmst. Aber mach Dir im Vorfeld Gedanken über Deine Rolle als Erwachene*r bei den Protesten: Halte Dich im Hintergrund, feuere die Streikenden an, mach Fotos oder Videos (aber frage vorher nach der Zustimmung der Personen, die Du aufnimmst!) und teile sie in den sozialen Medien, um andere Menschen zu informieren und zu inspirieren. Denk daran, die Hashtags #climatestrike und #fridaysforfuture zu nutzen.

Beim Teilen von Inhalten solltest Du darauf achten, die streikenden Kinder und Jugendlichen mit ihren eigenen Worten sprechen zu lassen. Zum Beispiel indem Du junge Menschen nach einem kurzen Statement fragst, in dem sie ihre Motivation für den Streik erklären. Versuch die Stimmen zu verstärken, von denen Du glaubst, dass sie in den Medien unterrepräsentiert sind. Beschreib die Atmosphäre, fotografiere die lustigsten Banner, filme die besten Songs und hab Spaß!

 

5. Werde selbst in einer lokalen Klimagruppe aktiv

Am wichtigsten ist es jedoch, dass wir die jungen Menschen nicht die ganze Arbeit machen lassen. Die Klimakrise erfordert, dass jede*r Einzelne von uns aktiv wird und für eine Zukunft ohne Kohle, Öl und Gas kämpft. Der beste Weg zur Unterstützung der Schulstreiks besteht deshalb darin, den dringenden Appell der Schüler*innen für wirksamen Klimaschutz ernstzunehmen und entsprechend zu handeln.

Auf dieser Karte findest Du lokale Fossil Free- und 350-Gruppen in Deiner Nähe. Melde Dich an, schreib eine Nachricht, geh zum nächsten Treffen und werde selbst aktiv. Setz die Energie der Jugendklimabewegung in eigenes Handeln und Deinen Aktivismus um. Wenn Du keine bestehende Gruppe findest und motiviert bist, kannst Du Dich hier melden und wir helfen Dir dabei selbst eine Gruppe mit Gleichgesinnten und Freund*innen zu gründen.

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