September 19, 2014

Tanz-Demonstration in Münster fordert Stopp von klimaschädlichen Investitionen

Münster — Als Teil der größten Klimademonstration der Geschichte, findet heute in Münster eine ausgelassene und bunte Tanz-Demonstration statt, die von der Stadt, Universität und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe fordert, ihre klimaschädlichen Investitionen zu beenden. Am Wochenende finden über 2.700 Veranstaltungen in mehr als 150 Ländern statt, um wenige Tage vor dem UN-Klimagipfel in New York „Taten statt Worte” zu fordern.

Die Tanz-Demo wurde von Fossil Free Münster mit Unterstützung von Transition Town und dem Umweltforum organisiert. Schwarze Ballons, die auf das finanzielle Risiko von Investitionen in die „Kohlenstoffblase” hinweisen, und Musik der Sambagruppe Rhythms of Resistance sorgen für gute Stimmung.

„Besonders nach dem flutartigen Starkregen diesen Sommer, müssen unsere öffentlichen Institutionen Verantwortung übernehmen. Derzeit feuern sie mit ihren Investitionen in die fossile Industrie den Klimawandel weiter an und machen sich damit mitschuldig,” so Tine Langkamp von Fossil Free Münster .

Der Haushalt der Stadt Münster umfasst Pensionsrücklagen von insgesamt ca. €10 Mio. in Fonds, die fossile Unternehmen wie Shell, Total und RWE beinhalten. In den Koalitionsverhandlungen liegt derzeit erstmals das Thema fossiles Divestment – also ein Investitionsstopp in fossile Brennstoffe – auf dem Tisch. Die Grünen hatten nach Gesprächen mit Fossil Free Münster Divestment in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

Die Uni Münster hat dagegen angekündigt, weiter an klimaschädlichen Investitionen festzuhalten. Bei dem Sommerfest der Universität kündigte Rektorin Frau Nelles die Zusammenarbeit mit der Fossil Free Gruppe mit den Worten: „Ja, ich könnte Divestment unserer Geldanlagen veranlassen, aber ich werde mir das nicht von Ihnen diktieren lassen”.

„Die fossile Industrie hat fünf mal mehr Kohlenstoff in ihren Reserven, als wir verbrennen können, um unter 2 Grad globaler Erwärmung zu bleiben. Achtzig Prozent ihrer Reserven dürfen niemals verbrannt werden, um eine unkontrollierbare Klimakatastrophe zu verhindern. Trotzdem investieren fossile Unternehmen Milliarden, um noch mehr Öl, Kohle und Gas zu finden. Eine Industrie, deren Geschäftsmodell darauf ausgelegt ist unsere Zivilisation zu zerstören, darf nicht länger mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden,” sagt Lele, Landschaftsökologin und Mitglied von Fossil Free Münster.

Auch das Klimaschutzkonzept des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) steht in krassem Kontrast zu seinen Beteiligungen bei RWE, dem größten CO2-Emittenten Europas. [1] RWE hat es verpasst auf Erneuerbare zu setzen und hält weiter am klimaschädlichsten aller Energieträger, der Braunkohle fest.

Der LWL hält € 19 Mio. in Beteiligungen an der RWE AG und € 60.000 an der kommunalen Beteiligungsgesellschaft RWE. Fossil Free Münster geht außerdem davon aus, dass die Finanzanlagen von € 1,8 Mrd (Buchwert 31.12.2013) weitere Investitionen in den fossilen Sektor beinhalten. [2]

Die Demonstration in Münster führt daher an diesen drei Akteuren entlang, mit kurzen Kundgebungen vor dem Stadthaus, dem Schloss und vor dem LWL Museum.

Anna von der Fossil Free Gruppe sagt: „Bisher haben wir uns auf die Uni und die Stadt als institutionelle Investoren konzentriert. Die Stadt steht kurz davor zu deinvestieren. Nun ist es an der Zeit, dass wir den LWL in unsere Kampagnenarbeit mit aufnehmen. Wir werden in Kürze einen Brief an Direkter Matthias Löb übergeben, in dem wir unser Anliegen schildern. Klimaschutz betrifft uns alle. Auch Herrn Löb.”

Tausende von Kundgebungen, Demonstrationen und Proteste finden über das Wochenende über den ganzen Erdball verteilt statt. Die größte Veranstaltung wird am Sonntag der People’s Climate March in New York sein, wo über 100.000 Menschen erwartet werden. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon wird an der Demo in New York teilnehmen, kurz bevor er Staats- und Regierungschefs zum UN-Klimagipfel am Dienstag empfängt.

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Weitere Zitate:

Georg Heinrichs von der Transition Town Initiative: „Viele Menschen haben stark unter den Überflutungen im Juli gelitten. Wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten, werden sich solche extremen Wetterereignisse immer öfter wiederholen.”

Kontakt:

Christine Langkamp,  350.org Kampagnenkoordination Fossil Free Deutschland,  015170169509

Melanie Mattauch, 350.org Europa Kommunikationskoordinatorin, [email protected], 0151 5812 0184

Für Redaktionen

[1] Quelle: PricewaterhouseCoopers

[2] Quelle: LWL Beteiligunsgesellschaft und LWL Jahresabschluss 2012

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