April 1, 2016

Divestment abgeschlossen: Münsters Finanzen sind frei von Kohle, Öl und Gas

Ethisch-ökologischer Pensionsfonds auch für Bochum, Osnabrück, Bielefeld, Bottrop, Hagen und Herne

Münster, 1.4.2016 — Münster hat seit heute keine Gelder mehr in Kohle-, Öl- und Gaskonzernen investiert. Damit hat die Stadt den Beschluss vom November umgesetzt, klimaschädliche fossile Brennstoffunternehmen vom städtischen Portfolio auszuschließen. Die beiden städtischen Pensionsfonds im Wert von rund €22 Mio. folgen nun klimafreundlichen Anlagerichtlinien.  Die Stadtkämmerei bestätigte auf Anfrage der Klimaschutzorganisation 350.org diese Angaben. [1]

Einer der beiden Fonds wird neben Münster von den Kommunen Bochum, Osnabrück, Bielefeld, Bottrop, Hagen und Herne verwaltet, die einvernehmlich zustimmten, die neuen Anlagerichtlinien für den Fonds zu übernehmen. Der WVR-Fonds beinhaltete bis vor Kurzem noch fossile Brennstofffirmen wie OMV, Repsol, Eni, Enel und Technip.

„Die neuen klimafreundlichen Anlagekriterien ihres Pensionsfonds sollten beteiligten Städten wie Bochum den Anstoß geben, sich von weiteren klimaschädlichen Investitionen, wie den RWE-Aktien, zu trennen,” so Tine Langkamp, Divestment Kampaignerin für 350.org. „Der erste Divestment-Erfolg in Deutschland hat bereits weite Wellen geschlagen. Diesen Monat diskutiert das Rektorat der Uni Freiburg und der Umweltausschuss im Berliner Parlament den Abzug klimafeindlicher Geldanlagen. Gleichzeitig entwickelt Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland neue Anlagerichtlinien für seinen Pensionsfonds. Währenddessen fordern Gruppen von Kiel bis München Divestment von ihren Städten und Unis. Unsere Bewegung wächst rasant,” sagt Langkamp weiter.

Rubinea Korte von der Fossil Free Gruppe Münster freut sich über den Erfolg ihrer Kampagne: „Die Stadt Münster hat gezeigt, dass es möglich ist, sich zügig von Investitionen in Klimasünder zu verabschieden. Andere Institutionen, die in Münster Zuhause sind, wie die Uni Münster und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, sollten nun endlich nachziehen.” Der LWL und die Uni kamen der Forderung der Fossil Free Gruppen bisher nicht nach.

Münster ist Teil einer wachsenden Bewegung von über 78 Städten und Landkreisen weltweit, die den Abzug von Geldanlagen aus dem fossilen Sektor beschlossen haben. Insgesamt verpflichteten sich bereits über 500 Institutionen mit einem Gesamtvermögen von $3,4 Billionen, klimaschädliche Investitionen zu beenden. Lokalgruppen überall auf der Welt bauen weiterhin öffentlichen Druck auf Kirchen, Städte, Universitäten, Stiftungen und weitere Institutionen aus, um der fossilen Industrie die soziale Akzeptanz für ihr Geschäftsmodell, das mit einem sicheren Weltklima unvereinbar ist, zu entziehen.

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Kontakt: Tine Langkamp, 350.org Divestment Kampaignerin Fossil Free Deutschland, +49151 701 69 509, [email protected]

Foto- und Videomaterial:   

Fotos von Aktionen der Fossil Free Gruppe Münster

Videomaterial von einer Guerilla-Projektion an das Münsteraner Rathaus und vom Global Divestment Day in Münster ist auf Anfrage verfügbar.

Anmerkungen für Redakteure:

[1] Quelle: Verantwortlicher für Zahlungsverkehr und Buchhaltung, Frank Möller, Stadtkasse Münster

[2] Michael Schetter, Finanzleiter der Stadt Münster über den Prozess desDivestments in einem Bericht vom Handelsblatt

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