Danke für dein Interesse an der Fossil Free Kampagne. Wir können sicherlich nicht alle Fragen beantworten, aber einige, die uns öfter begegnen, haben wir hier zusammengetragen:

Ganz einfach: Divestment ist das Gegenteil von Investment. Das bedeutet, dass unethische Aktien, Anleihen oder Investmentfonds abgestoßen werden.

Ziel der Divestment-Kampagne ist es, den politischen Einfluss der Kohle-, Öl- und Gasindustrie zu schwächen, die immer wieder Schritte zur Bekämpfung des Klimawandels behindert. Mit jeder Institution, die sich öffentlich von den Kohle-, Öl- und Gasunternehmen trennt, höhlen wir deren Macht, ihre unmoralischen Geschäftspläne weiterzuverfolgen, ein bisschen mehr aus.

Die Fossil-Free-Kampagne fordert, dass Institutionen und Einzelpersonen sofort alle neuen Investitionen in Kohle-, Öl- und Gaskonzerne einfrieren und Direktinvestitionen und alle gemischten Fonds mit öffentlichen Beteiligungen und Industrieobligationen innerhalb von 5 Jahren abstoßen. 200 börsennotierte Unternehmen sind im Besitz der großen Mehrheit der gelisteten Kohle-, Öl- und Gasvorkommen. Wir wollen, dass unsere Institutionen ihre Gelder aus diesen Unternehmen abziehen.

Die Geschäftspläne der Kohle-, Öl- und Gasindustrie stehen im absoluten Widerspruch zu einem sicheren Klima. Die Branche ist der Hauptverursacher des Klimawandels. Gerade einmal 90 Unternehmen sind für zwei Drittel der vom Menschen verursachten Emissionen verantwortlich.

Wir dürfen kaum noch fossile Brennstoffe verbrennen, damit sich die Erde, wie von den Regierungen im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart, nicht um mehr als 1,5 °C erwärmt. Wenn die derzeit bestehenden Kohle-, Öl- und Gasprojekte nicht frühzeitig beendet werden, werden die Temperaturen weltweit aufgrund der Emissionen um über 2 °C ansteigen. Das bedeutet, dass es keine neuen fossilen Brennstoffprojekte mehr geben darf und wir laufende Projekte stoppen müssen.

Obwohl die derzeitigen Kohle-, Öl- und Gasreserven bereits weit über dem liegen, was wir verbrennen können (die fossilen Brennstoffunternehmen haben mindestens 14 mal mehr Kohlenstoff in ihren Reserven als die Menge, die wir noch verbrennen können, um unter 1,5 °C zu bleiben), gibt die Branche weiterhin jedes Jahr Milliarden für die Suche und den Abbau von fossilen Brennstoffen aus. Sie wollen so viel Kohle, Öl und Gas wie möglich abbauen und verbrennen und verursachen damit vorsätzlich eine weltweite Klimakatastrophe.

Die Kohle-, Öl- und Gasunternehmen sind zu den ertragsstärksten und einflussreichsten Unternehmen in der Geschichte geworden, indem sie Menschenrechte mit Füßen treten und unseren Planeten zerstören. Die fossilen Brennstoffunternehmen wollen um jeden Preis ihren Profit maximieren und zeigen daher hervorragend, wie viel Macht Unternehmen haben und wie sie die Politik gegen das öffentliche Interesse ausspielen können. Sie haben ihre finanzielle Macht und ihren politischen Einfluss erfolgreich genutzt, um die Öffentlichkeit in Bezug auf den Klimawandel zu täuschen und Lobbyarbeit gegen Klimaschutzmaßnahmen zu betreiben.

Über drei Jahrzehnte lang haben die weltweit größten Kohle-, Öl- und Gasunternehmen – BP, Shell, ExxonMobil, Chevron, ConocoPhillips und Peabody Energy – mehrere zehn Millionen ausgegeben, um die Öffentlichkeit in Bezug auf den Klimawandel vorsätzlich zu täuschen, obwohl sie die Realität kannten. Große Öl- und Gasunternehmen wie ExxonMobil, Shell und Chevron wussten sogar schon in den 1970er-Jahren alles über den Klimawandel, als die Öffentlichkeit noch völlig ahnungslos war. Anstatt auf die Warnung ihrer eigenen Forscher*innen zu hören, wendeten sich die Führungskräfte an die PR-Abteilungen und inszenierten eine jahrzehntelange Täuschungs- und Verleumdungskampagne.

Noch heute setzen sie ihre Kampagne fort in dem Versuch, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu untergraben, obwohl die meisten dieser Unternehmen den vom Menschen verursachten Klimawandel öffentlich anerkennen. Anstatt den unaufhaltsamen Übergang zu erneuerbaren Energien einzuleiten, finanziert Exxon bis heute Gruppen und Politiker*innen, die die Klimalüge aufrechterhalten, lädt Umweltschutzorganisationen wie 350.org unter Strafandrohung vor und blockiert jegliche Klimaschutzaktionen.

Unsere öffentlichen Institutionen müssen Stellung beziehen und sich in finanzieller Hinsicht von diesen Unternehmen trennen.

Mit Divestment bewirkt man zwar nicht den finanziellen Bankrott der Kohle-, Öl- und Gasindustrie, aber vielleicht ihren moralischen Bankrott.

Ziel der Divestment-Kampagne ist es, den politischen Einfluss der fossilen Brennstoffindustrie zu schwächen, die immer wieder Schritte zur Bekämpfung des Klimawandels behindert. Mit jeder Institution, die sich öffentlich von den Kohle-, Öl- und Gasunternehmen trennt, höhlen wir deren Macht, ihre unmoralischen Geschäftspläne weiterzuverfolgen, ein bisschen mehr aus.

Laut einer Untersuchung der Universität Oxford ist die Kampagne zum Divestment aus fossilen Brennstoffen die am schnellsten wachsende Divestment-Kampagne aller Zeiten. Die Stigmatisierung, die sie bewirkt, könnte den fossilen Brennstoffunternehmen erheblichen Schaden zufügen.

Mit Divestment-Kampagnen konnte schon früher etwas bewirkt werden. Zum Beispiel spielten sie im Kampf zur Beendigung der Apartheid in Südafrika eine wichtige Rolle.

Divestment hat in erster Linie moralische und politische Beweggründe, kann aber auch wirtschaftlich etwas bewirken, beispielsweise in Hinblick auf Marktnormen und restriktive Gesetzgebung.

Bislang haben sich weltweit fast 700 Institutionen, die Fonds im Wert von über 5 Billionen US-Dollar besitzen, in irgendeiner Art und Weise zum Divestment verpflichtet. Dazu gehören unter anderem Universitäten, religiöse Institutionen, medizinische Einrichtungen, Städte wie Seattle, Melbourne und Berlin, die Stiftung Rockefeller Brothers Fund (Erben der Rockefeller-Öldynastie) sowie wichtige Finanzakteure wie der staatliche Pensionsfonds in Norwegen.

In Europa wurden die ersten Fossil-Free-Kampagnen im Herbst 2013 ins Leben gerufen. Seitdem gab es über 250 Kampagnen in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Norwegen, Finnland und anderen Ländern.

Die Hauptstädte Deutschlands, Frankreichs, Norwegens, Schwedens und Dänemarks gaben öffentlich Versprechen ab, nicht mehr in Kohle, Öl und Gas zu investieren. Über ein Viertel der britischen Universitäten hat sich zum Divestment verpflichtet. Bis jetzt gibt es über 160 Divestment-Verpflichtungen in Europa. Siehe: Fossil Free Europe: Funktioniert Divestment?

Die Divestment-Bewegung genießt die Unterstützung von hochrangigen Personen wie Christiana Figueres, ehemalige Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank, und Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Erzbischof.

Wir alle sind mitschuldig, was den Verbrauch fossiler Brennstoffe betrifft und wir sollten alles dafür tun unseren eigenen Verbrauch zu reduzieren, aber die wahren Übeltäter, die das System manipulieren, sind die fossilen Brennsotffunternehmen. Die größten 200 Kohle-, Gas- und Ölunternehmen besitzen Reserven, die einen signifikanten Anteil am globalen Markt darstellen. Übrigens sind es eben diese Unternehmen, die Politiker gleich welcher Partei hier und weltweit am stärksten finanziell unterstützen, sie sind es die die Gesetze vordiktieren und, die jährlich von staatlichen Zuschüssen in Millardenhöhe profitieren. Sie verfälschen den Markt zu ihren Gunsten und schränken so im bestehenden System den Spielraum für klimafreundliche Alternativen für Verbraucher*innen ein.

Es gibt noch viele weitere Unternehmen, die indirekt zum Klimawandel beitragen – multinationale Konzerne, die die Tiefbohrtechnik herstellen, Öl-Pipelines legen oder Kohle transportieren und natürlich Stromkonzerne, die Energie kaufen und handeln. Aber im Moment konzentrieren wir uns auf diese 200 Unternehmen. Eine vollständige Liste der Unternehmen und ihrer Reserven von Fossil Free Indexes.

Top 5 Kohlekonzerne

Coal India
Adani Enterprises
China Shenhua Energy
Inner Mongolia Yitai Coal
China Coal Energy

Top 5 Mineralölunternehmen

Gazprom
Rosneft
PetroChina
ExxonMobil
Lukoil

Die Kohle-, Öl- und Gasunternehmen werden zurzeit stark überbewertet. Bei der überwiegenden Mehrheit ihrer Reserven besteht die Gefahr, dass diese nie abgebaut werden. Somit sind dies verlorene Vermögenswerte. Finanzinstitutionen wie etwa der Internationale Währungsfonds, die Bank HSBC, Standard & Poor’s, Bloomberg und die Bank of England haben vor den Risiken von Investitionen im Bereich fossile Brennstoffe, auch als „Kohlenstoffblase“ bezeichnet, gewarnt.

Es gibt zahlreiche Gründe für jene Risiken, zum Beispiel die Klimagesetzgebung, Umweltprobleme, Veränderungen der Ressourcenlandschaft, die sinkenden Kosten der erneuerbaren Energien, der Wandel gesellschaftlicher Normen und des Konsumverhaltens, Rechtsstreite sowie Veränderungen bei der Auslegung von Rechtsvorschriften.

Einige Kohle-, Öl- und Gasunternehmen haben bereits zu kämpfen: Große Kohleunternehmen müssen Konkurs anmelden und die Gewinne großer Ölfirmen stürzen auf Rekordtief.

Öffentliche Institutionen, die in fossile Brennstoffe investieren, setzen die ihnen anvertrauten Gelder einem enormen finanziellen Risiko aus. Sie spekulieren mit risikobehafteten Vermögenswerten und verletzen so ihre treuhänderische Pflicht. Institutionelle Anleger tragen die Verantwortung, mit systembedingten Risiken wie dem Klimawandel vorausschauend umzugehen und sollten eine langfristige Verantwortung für die Verwaltung ihrer Investitionen übernehmen. Sie sollten also den Übergang zu einer regenerativen Wirtschaft unterstützen, die auf sozialer und ökologischer Gerechtigkeit beruht.

Die Nutzung der Mitsprachemöglichkeiten als Aktionär*in kann sich als wirkungsvolles Mittel dabei erweisen, kleinere Reformen in einem Unternehmen herbeizuführen — zum Beispiel, um Apple dazu zu bewegen, bei Zuliefererfirmen in China für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Die erforderlichen grundlegenden Veränderungen am Geschäftsmodell der Kohle-, Öl- und Gasindustrie lassen sich aber nicht erreichen: dass Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat man versucht, mithilfe von Maßnahmen von Aktionär*innen das Verhalten der Kohle-, Öl- und Gasunternehmen zu verändern. Zwar gab es kleinere Erfolge, etwa die Einführung von Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen. Doch bisher gibt es noch keine Beschlüsse, mit denen man das grundlegende Problem der Branche hätte angehen können: die riesigen CO2-Mengen, die diese Unternehmen weiterhin in die Atmosphäre pusten wollen.

Hätten wir diese Kampagne schon vor 30 Jahren gestartet, wären Maßnahmen von Aktionär*innen sinnvoller gewesen. Doch jetzt, da sich das Zeitfenster zum Handeln rasant schließt, ist schnelles, mutiges Handeln gefragt. Mit der Veräußerung von Beteiligungen wird sich eine wesentlich stärkere Wirkung erzielen lassen, als dies mit irgendeinem Beschluss von Aktionär*innen je möglich wäre.

Siehe auch: http://gofossilfree.org/uk/why-not-engage/

Die Institutionen müssen ihre Investitionen mit ihren Werten in Einklang bringen. Anstatt den Klimawandel anzuheizen, sollten die öffentlichen Institutionen einen gerechten Übergang zu einer regenerativen Wirtschaft unterstützen, die auf sozialer und ökologischer Gerechtigkeit beruht. Siehe: https://gofossilfree.org/de/reinvestment/

Die Fossil-Free-Kampagne wächst von unten: Tausende Basisgruppen rufen ihre verbundenen Institutionen zum Divestment aus fossilen Brennstoffen auf. Sie wird von der Klimaschutzorganisation 350.org und zahlreichen Partnern koordiniert, die verschiedene nationale Kampagnen organisieren.

Eine Divestment-Kampagne zu starten ist ganz einfach. Tausende Gruppen auf allen Kontinenten haben schon eigene Fossil-Free-Kampagnen. Registriere dich zuerst auf gofossilfree.org, um Updates zur Kampagne in deinem Land zu erhalten (mithilfe der Karte findest du die Website deines Landes). Sieh dir dann unsere Kampagnen-Karte an und melde dich über das Kontaktfeld bei den Organisator*innen vor Ort. Falls es bei dir noch keine Kampagne gibt, kannst du mithilfe der Schritt-für-Schritt-Anleitung eine eigene Kampagne starten und dir bei den nationalen Organisator*innen über das Kontaktfeld Unterstützung und Rat für die ersten Schritte holen.

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